Landesbühnen Sachsen, Radebeul / Dresden

BOLÉRO - Uraufführung


Uraufführung

Dieser Tanzabend ist Maurice Ravel gewidmet, einem Komponisten, der sich durch Experimentierfreudigkeit und schillernde Vielseitigkeit auszeichnet und zu Beginn des 20. Jahrhunderts als bedeutendster französischer Tonschöpfer neben Claude Debussy galt.

Unter anderem steht mit der «Pavane pur une infante défunte» eines der bekannten Frühwerke Ravels auf dem Programm, ein Werk, das 1899 während seines Studiums bei Gabriel Fauré als Klavierstück entstand und 1910 von ihm selbst orchestriert wurde. Dieses Musikstück wird von einem reizvollen Kontrast geprägt: So spielt das Werk mit der Vorstellung, wie sich eine kleine spanische Prinzessin von einem Gemälde des Künstlers Velázques im 16. Jahrhundert bei Hofe wohl bewegt haben mag. Auf diese Weise kokettiert die geschmeidige und elegante Komposition mit dem Thema der Trauer, das dem feierlich schreitenden Hoftanz innewohnt.

Und natürlich darf an einem Ravel-Abend der Boléro nicht fehlen, Ravels populärste Komposition schon zu Lebzeiten. Das Besondere des Werkes, geschrieben 1828 für die Ballettkompanie der Tänzerin Ida Rubinstein, ist der gänzliche Verzicht Ravels auf thematische Arbeit. Ein lang gezogenes zweiteiliges, ebenfalls von spanischer Musik inspiriertes Thema erscheint unverändert in 18 Variationen. Das einzige Element der Abwechslung, so Ravel, bringt das orchestrale Crescendo, das sich – intensiviert durch eine harmonische Rückung nach E-Dur – schließlich explosionsartig in einem Akkord der Grundtonart C-Dur löst.
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Choreografien:

Carlos Matos (Boléro)

Igor Kirov (Mazedonien); derzeit Künstlerischer Leiter und Chefchoreograf des Kroatischen Nationalballetts in Split

Michele Merola (Italien), Künstlerischer Leiter und Chefchoreograf der MM Contemporary Dance Company

ChoreografienCarlos Matos (Boléro)
Igor Kirov (Mazedonien)
Michele Merola (Italien)
AusstattungKerstin Laube
FotoLandesbühnen Sachsen