Landesbühnen Sachsen - Prinzessinnen, Radebeul


Tanztheater mit Wencke Kriemer de Matos – Uraufführung –

Die «Prinzessin»! Sie ist Projektionsfläche – unerfüllter oder unerfüllbarer – Wünsche, aber auch eine Inkarnation von Glück, Aufmerksamkeit und gesellschaftlichem Erfolg und kann auch ein Traum sein, der Wirklichkeit geworden ist.

Was aber macht eine Prinzessin aus? Dass sie als solche behandelt wird oder als solche handelt? Ihre Herkunft? Ihre äußere oder innere Schönheit? Ihre ewige Jugend? Weder Dornröschen hinter ihrer Hecke noch Schneewittchen in ihrem Glassarg altern, ebenso wenig wie Prinzessin Diana, die durch ihren frühen Tod wohl auf ewig «die Königin der Herzen» bleiben wird…

Aber was kann uns so eine veraltet wirkende Figur wie die «Prinzessin» schon über uns Menschen im Heute erzählen?

Heutzutage genießt die «Prinzessin» oft einen zweifelhaften Ruf: eine «Prinzessin» ist eine Frau, die sich affig und zickig hat, die «kleine Prinzessin» Papas Liebling, eine Gruppe «Prinzessinnen» wiederum eine Clique meist jugendlicher Mädels, die nur auf ihr Äußeres bedacht ist.

Doch wie weit entfernt ist das Modell der «Prinzessin» tatsächlich von den Rollenbildern, denen heutige Frauen unterworfen sind? Versteht man die «Prinzessin» als das was sie ist: ein Ideal, das nur in der Fiktion existieren kann, dann rücken «Prinzessinnen» und ihr stetiger Zwang zur Selbstoptimierung und Perfektion erschreckend nah an die Realität der Frauen in der Jetztzeit.

Das Leben einer Prinzessin –damals wie heute –es ist ganz und gar nicht frei von Konflikten und es bedarf ihrer Erlösung. Ob diese Erlösung von außen oder von innen kommt, das muss jede «Prinzessin» für sich entscheiden…
Inszenierung Manuel Schöbel
Tanz / Spiel / ChoreografieWencke Kriemer de Matos
SpielMarko Bräutigam
Ausstattung Kim Scharnitzky
Dramturgie Judith Zieprig
Regieassistenz / Inspizienz / SoufflageTine Josch
Technische LeitungStephan Aleith