Grußworte der Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst Dr. Eva Maria Stange und des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt Dresden Dirk Hilbert sowie Zum Geleit von Julius Skowronek

Liebe Tanzfreundinnen und Tanzfreunde,

passend zum deutschen Tanzjahr 2016 begeht die Tanzwoche ihr 25-jähriges Jubiläum.
Seit 1994 ist der Verein „Tanzbühne e. V.“ Träger der Tanzwoche. Herzlichen Dank für dieses Engagement!
Die Tanzwoche ist ein äußerst positives Beispiel für nachhaltige künstlerische und organisatorische Kooperation. Seit nunmehr einem Vierteljahrhundert ist die Tanzwoche Dresden Impulsgeber und Plattform für junge, außergewöhnliche und heute weltbekannte Companys wie Sascha Waltz, Derevo, Jo Stromgren und viele andere mehr.
Die Tanzwoche lebt von Anbeginn Weltoffenheit und Willkommenskultur mit der Einladung an internationale Künstler. Mit dem diesjährigen Schwerpunkt Inklusion akzentuiert die Tanzwoche überzeugend den integrativen Charakter von Kunst und Kultur.

Ich wünsche allen Beteiligten und Verantwortlichen eine erfolgreiche Tanzwoche. Den Besuchern wünsche ich faszinierende Darbietungen und wundervolle Eindrücke.

Dr. Eva-Maria Stange
Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst
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Dresden tanzt

Zunächst herzlichen Glückwunsch zum 25. Geburtstag!
Die Tanzwoche blickt auf ein höchst erfolgreiches Vierteljahrhundert zurück – und startet mit großem Elan in den neuen Jahrgang.
In unserer an lebendigen Traditionen überaus reichen Stadt hat auch der Tanz eine im wahrsten Sinne bewegte Geschichte.
Anfang des 20. Jahrhunderts gründete der Tanz- und Musikpädagoge Émile Jaques-Dalcroze im Festspielhaus Hellerau eine „Bildungsanstalt für Musik und Rhythmus“, von der wesentliche Impulse für den Kunsttanz ausgingen. Später legten Mary Wigman und Gret Palucca den Grundstein des modernen Ausdruckstanzes.
Heute stehen Tanz-Ensembles wie DEREVO und die von William Forsythe gegründete Dresden Frankfurt Dance Company und nicht zuletzt die vor 25 Jahren gestartete Tanzwoche für die erfolgreiche Weiterführung dieser bis heute inspirierenden Ursprünge.
Vom 19. April bis 1. Mai wird Dresden wieder zum Mekka für alle Liebhaber des modernen und experimentellen Tanzes. Die Tanzwoche, für die ich sehr gern die Schirmherrschaft übernommen habe, präsentiert zum runden Geburtstag eine Vielzahl an neuen Tanzinszenierungen, tänzerischen Experimenten und genreübergreifenden Tanz-Projekten, greift aber auch auf Bewährtes zurück. Höhepunkt der Tanzwoche dürfte der von allen Tanzbegeisterten mit Spannung erwartete Welttag des Tanzes am 29. April sein.

Ich danke dem Verein zur Förderung der Tanzbühne sehr herzlich für sein nicht nachlassendes Engagement für den modernen Tanz und die Organisation und Ausrichtung der Tanzwoche. Dem 25. Jahrgang wünsche ich viele inspirierende und bewegende Momente.

Dirk Hilbert
Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Dresden
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Zum Geleit

T rANZmission
A lles, außer gewöhnlich!
N iemals mainstream
Z weifel inclusive
W illkommen heißend.
O hne Scheuklappen
C horeografien besonderer Art
H öhenflüge und Tiefpunkte
E inmalig allemal.

Stumm aber nicht sprachlos titelte ich die ersten Tanzwoche – eine bessere Beschreibung des Tanzes lässt sich kaum finden und nach 25 Jahren stelle ich mir die Frage, warum ich den nicht einfach beibehalten habe.
Am 2. Juli 1992 wurde sie also aus der Taufe gehoben und feierte am 12. Juli mit der Abschlussperformance in der Kuppel der damals noch unsanierten Yenidze ihren grandiosen Höhepunkt.
Mit „Auge und Ohr“ stellte die 2. Tanzwoche gängige Vorstellungen von Tanzaufführungen auf den Kopf und präsentierte im Erlweinspeicher, dem heutigen Hotel maritim, durch und durch Ungewöhnliches für Auge und Ohr. Und dabei sollte es bleiben.
Die Tanzwoche blieb sich treu, Jahr für Jahr stellte sie dem Dresdner Publikum Ausgefallenes, manchmal Befremdliches, aber immer Spannendes vor, einzigartige Künstler*innen, bemerkenswerte Companies, skurrile Orte/Bauten – site specific eben. Alle zu nennen wäre müßig. Hier kann man im Archiv der Tanzwoche schmökern. Doch die Tanzwoche trug wesentlich dazu bei, den Tanz in Dresden wieder heimisch werden zu lassen, die entstehende Tanzszene zu fördern und zu unterstützen, Dresden im Bereich Tanz zu einer Adresse werden zu lassen.
Nun sind 25 Jahre vergangen, 25 Jahre voller Bewegung, 25 Jahre taktvolle Gemeinschaft, 25 Jahre Tanz in Dresden. 25 Jahre sind ein kompletter Generationenwechsel. Und dieser Wechsel wird nun auch in der Tanzwoche vollzogen werden. Es wird also die letzte ihrer Art sein. Mit dem 26. Jahr ist die nächste Generation gefordert, das Vermächtnis der Tanzwoche aufzunehmen und fortzuführen, Außergewöhnliches, Besonderes, Extravagantes den Dresdnern zu präsentieren und doch die Tradition von Mary Wigman und Gret Palucca nicht zu verleugnen oder zu vergessen. Das alte Team, welches die Tanzwoche bisher organisiert, kreiert und geprägt hat, tritt in die zweite Reihe und schafft Platz für neue Ideen, neue Formate, neue Ausprägungen.
So blicken wir mit dieser Tanzwoche auf erfolgreiche 25 Jahre zurück und gleichzeitig mit hoffnungsfrohem und vertrauensvollem Blick nach vorn.

Wir bedanken uns bei Ihnen für Treue, Neugier und Vertrauen. Setzen Sie es weiter auf die Tanzwoche, besonders in rassistischen Zeiten wie diesen, gibt es doch nichts weltumspannenderes, internationaleres, universelleres als die Sprache des Tanzes.

Schauen Sie auch in den kommenden Jahren auf Tänzer dieser Welt, wie sie schwingen, sich bewegen, sich wiegen, taumeln, torkeln, wanken, rollen, schaukeln, schlenkern, wackeln, wogen, schleudern, pendeln, schwanken, laufen, sich kugeln, leiern, ringeln, umlaufen, sich drehen, kreisen, kugeln, kullern, rollen, trudeln, umlaufen, zirkulieren, kollern, sich wälzen, sich ringeln, sich drehen – TANZEN.

Ihr / Euer D. G. J. Skowronek
Dresden, 13.03.2016