Überraschungen, nicht nur zu Ostern

Neue Namen neue Stücke, bekannte Kompanien mit Uraufführungen und Erstaufführungen für Dresden. Verneigungen vor Größen des Tanzes wie Martha Graham, Pina Bausch, Isadora Duncan, Mary Wigman oder Luciana Melis mit Sanpapiè dance and physical theatre Milano. Zur Eröffnung als Dresdner Erstaufführung die neueste Produktion von Derevo, erstmals gemeinsam mit Yvette Bozsik Company aus Budapest, „Infernal Ball“ nach Gogol, im Festspielhaus Hellerau. Erstmals wird in Kooperation mit der Ostrale an beiden Osterfeiertagen zu Brunch und Lunch, zu kreativen Angeboten für die ganze Familie, zu Tanz und Performance Parcours ins Ostragehege eingeladen. Die traditionelle Gala zur Tanzwoche im Kleinen Haus des Staatsschauspiels präsentiert das Tanzland Sachsen und Gäste aus Belgien, Polen, Berlin, Koblenz, Thüringen und Sachsen-Anhalt: Tanz in vielen Facetten, Staatstheater, Stadttheater, freie Szene, klassisch, modern, experimentell. Mit zwei Choreografien erinnert die Tanzwoche Dresden an den Choreografen Uwe Scholz, der vor 10 Jahren im Alter von nur 45 Jahren starb. Mit dem Format „kurz&gut“ geht die Tanzwoche zum dritten Mal das volle Risiko ein; TanzNetzDresden gestaltet Abende mit kurzen neuen Stücken, dabei Gäste aus Berlin und Israel. Die Nachwuchskompanie JuWiDance Dresden bereitet ein neues Stück vor und fragt was geschieht, wenn Wasser zu Gift wird. Mit studentischen Arbeiten stellt sich der Masterstudiengang Choreografie der Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Buch erstmals in Dresden vor. Es heißt ab dieser Tanzwoche nicht mehr „sicht I beton I ung I friedrichstadtZentral e.V.“; zur „sichtbetoNUNg 9“ wird zum Tanzball als „Anfang vor dem Anfang“ in den ehemaligen Ballsaal im Pieschener Zentralwerk eingeladen. Erneut zu Gast ist die Wiener „Ich bin o.k. Dance Company“ mit einem Projekt, das Tänzer mit und ohne Behinderungen zusammenführt und die Einschränkung des Einzelnen als Besonderheit für die Gruppe ansieht. Die russische Tänzerin Anna Melnikowa stellt ihr neues Stück „INTAKT#3“ vor und arbeitet erstmals mit einer Poesieperformerin, der russische Choreograf Alexej Kononov setzt sich zur Musik von Oliver Messian mit dem spielenden Menschen nach Johan Huizingas „Homo ludens“ auseinander. Cindy Hammer und ihr Go Plastic Tanztheater tanzt „Mit Alice in den Städten“. J.A.P. Julius Art Projekt aus Leipzig ist mit einer Kreation zum Gedicht „Contemplation“ von Charles Baudelaire zu Gast. Unter dem Motto „Lieber Engel“ zeigt die Dresdner Kompanie carrot dancers täglich wechselnde Performances auf der Hauptstraße in den Schaufenstern der Schaulust. Schaulustig heißt es zur Tanzwoche bei insgesamt 45 Angeboten unterschiedlichster Formate an verschiedenen Orten. Zum Abschluss, am Welttag des Tanzes, fährt ein Tanzbus von Dresden nach Leipzig, am Abend treffen sich die Freunde der Improvisationskunst, die Freunde der Filmkunst kommen wieder beim Sonntagsbrunch mit Tanz-Kult-Film im Filmtheater thalia auf ihre Kosten.

Boris Gruhl

Vorwort

Die Konstante

2013 stellten wir die Frage, wohin die Tanzwoche wohl gehe – fragten wir uns dies nicht schon 1992. Wir, sprich das Team, aber auch das Publikum gaben keine Antwort. Nicht so schlimm, schließlich ist unsere Welt überfüllt von Antworten auf nicht gestellte Fragen. So lassen wir halt endlich mal eine Frage ohne Antwort, was ja auch schön ist, da es um die Tanzwoche geht. Vielleicht geht sie gar nicht, sondern bleibt und läßt tanzen.
So gibt es sie wieder, mit schöner Regelmäßigkeit, Ende April.
Eröffnet wird die TW am 19. 04. mit INFERNAL BALL im Festspielhaus Hellerau und einem Nachtspezial von NOCHE DE FLAMENCO. Gastspiele & Koproduktionen, Gala & „Kurz & Gut“, Event & Brunch, Film & Site Specific Arbeiten werden erlebbar. Das Programm ist prall und mit vielen Überraschungen versehen.
Was mich besonders für Dresden und das Festival freut ist, daß stärker als in den vergangenen Jahren die Vereinsmitglieder und die verschiedenen Häuser sich bei der Entwicklung und Gestaltung des Programmes engagiert haben. So werde auch ich in den Genuß von Überraschung kommen. Dies habe ich Ihnen – liebes Publikum – mitunter geneidet.
Unser Programm ist beredt genug, so kann ich mich kurz fassen – dies erwarten wir übrigens auch von unseren Künstlern – einen Dank an alle, die uns unterstützten & unterstützen; einen Dank auch an Sie, die wir hoffen, zwischen Osterfest und 1. Mai bei uns begrüßen zu dürfen.

Wir sehen uns
Ihr/Euer
D.G.J. Skowronek
03.03.2014