Derevo & Yvette Boszik Company, Dresden/St. Petersburg & Budapest


DEUTSCHE ERSTAUFFÜHRUNG

Tanztheaterstück nach Motiven von Nikolai Gogol, Musik von Alfred Schnittke

Wenn Gogols Figuren zum Infernal Ball tanzen, kommen russische, deutsche und ungarische Einflüsse zusammen und stellen die Frage nach individueller und nationaler Identität für ein globales Europa neu. Das packende Tanztheaterstück, nach Motiven von Nikolai Gogol und zur Musik von Alfred Schnittke, entwickelte DEREVO gemeinsam mit der ungarischen Yvette Boszik Company. Es speist sich aus dem verfremdeten, phantastisch groteskem Stil von DEREVO und aus Elementen der Commedia dell arte, die Szenografie ist von Marc Chagalls visueller Welt inspiriert - Eine opulente Inszenierung mit fünf russischen und zehn ungarischen Tänzern.

Die Performance ist eine Kooperation mit zwischen dem Tanztheater DEREVO und der Yvette Bozsik Company. Premiere war im März 2014 beim Budapester Spring Festival im Palace of Art Budapest.

Alfred Schnittke schrieb die Musik seiner Gogol-Suite ursprünglich 1976 als Schauspielmusik für eine Inszenierung am Moskauer Taganka-Theater. In der später achtteilig zusammengestellten Gogol-Suite verwendet Schnittke „Eigenes und Fremdes, echte und falsche Zitate, Neukomponiertes und Teile aus früher Entstandenem.“ Wie im Reisewagen des Tschitschikow führt seine Musik durch das wirkliche Russland, das Gogol mit den Charakteren seiner Figuren satirisch und doch so lebendig geschildert hat.

Anton Adassinsky, künstlerischer Leiter von DEREVO Tanztheater Dresden-St. Petersburg, sieht Gogol als eine der größten Persönlichkeiten der russischen Literatur. Seine Werke gehören zur Klassik und besitzen weltweit ihre Gültigkeit. Interessant jedoch erscheint, dass die in seinen satirischen Werken chiffriert dargestellten sozialen Missstände und Verhaltensweisen auch für die aktuelle Situation in der russischen Gesellschaft stehen und damit noch größere Brisanz gewinnen.

Die Yvette Bozsik Company aus Budapest gilt als eine der renommiertesten Kompanien Ungarns. Der Stil ihrer künstlerische Leiterin Yvette Bozsik gründet auf einer fundierten klassischen Tanzausbildung, die frühzeitig durch neue Tanzerfahrungen ergänzt wurde. Sie gründete ihre Company 1983 nach einer erfolgreichen Solokarriere und der choreografischen Tätigkeit am Szeged Ballett. Mit ihr errang sie viele ungarische und internationale Tanzpreise und wurde 2004 als beste ungarische Choreografin geehrt und seither auch auf vielen internationalen Festivals ausgezeichnet.