Sanpapiè dance and physical theatre, Milano (I)


2+2=5 ... für alle die sich noch nie viel aus Ergebnissen gemacht haben

Fünf Frauen, die den Tanz verändert haben. Fünf Choreografien, fünf Fragmente, fünf Annäherungen, fünf Erkundungen, keine Rekonstruktionen. Fünf respektvolle Arbeiten.

TRACCE/TRACES
Tribute to Martha Graham

A OCCHI CHIUSI/EYES CLOSED
Tribute to Pina Bausch

SOFFIO/BREATH
Tribute to Isadora Duncan

TUMULTO/TUMULT
Tribute to Mary Wigman

OPPURE
Tribute to Luciana Melis

Die italienische Choreografin versucht tänzerische Annäherungen an die körperlichen Visionen der bedeutenden Tänzerinnen und Choreografinnen bei allen Unterschiedlichkeiten die sich aufgrund der kontroversen Persönlichkeiten zeigen.
Martha Graham, die couragierte Frau der Bühne, nicht nur im Theater, mutig und voller Hingabe bis ins Alter, sie gab den Glauben an die Kraft der Bewegung des menschlichen Körpers nicht auf, modulierte choreografische Formen und Linien, noch zu einer Zeit als elegante Handschuhe längst die von der Arthrose gezeichneten Hände überdeckten.
Für Pina Bausch zählte die Ehrlichkeit des Körpers, die Individualität, sie machte die Zerbrechlichkeit sichtbar, lotete die Grenzen des Darstellbaren aus und schuf bewegte und bewegende Geschichten die wie der Klang eines Gedichtes in der Erinnerung bleiben. In ihrer Choreografie „Geschlossene Augen“ versucht Lara Giudetti eine Referenz an das frühe Stück „Café Müller“. Das Ende der Isadora Duncan war grotesk. Ihr wehender Schal verfing sich in den Speichen des Hinterrades eines Automobils und sie wurde stranguliert.
Für Lara Giudettis Annäherung an Isadora Duncan wird der wehende Schal zum Symbol der wie das Sinnbild einer befreiten Seele durch den Raum schwebt. Isadora Dunacan schockierte damals mit ihrem Tanz auf nackten Füßen und führte so zurück zu den Ursprüngen, zu den bewegten Sinnbildern erbarmungsloser, menschlicher Schutzlosigkeit. Die Beziehung zwischen dem menschlichen Wesen und dem Raum ist eines der Themen der Tänzerin und Choreografin Mary Wigman. Der Wechsel von impulsiver Bewegung und der Rückkehr in die Spannung bewegter Momente der Stille, was nicht mit Stillstand zu verwechseln ist.
Lara Giudetti ist in ihrer Hommage an Mary Wigman fasziniert von deren dramatischer Kraft des körperlichen Ausdrucks, die einem inneren Rhythmus zu folgen scheint. Sehr jung verstarb im August 2012 die italienische Choreografin Luciana Melis. Der starke Glaube an an das Wunder des Körpers und seiner Sprache zeichneten ihre Arbeiten aus.
Die choreografische Erinnerung an Luciana Melis in „Oppure“ will den unvollendeten Möglichkeiten dieser Künstlerin nachspüren.

Eine Sanpapié Produktion in Zusammenarbeit mit der Scuola d’Arte Drammatica Paolo Grassi and Artes y Producciones Artisticas