KURZ & GUT II, Dresden


Das volle Risiko für alle, Tänzerinnen, Tänzer, Veranstalter und Zuschauer. Aber nur wer wagt gewinnt.

Erst sehen, dann meckern. Neun kurze Stücke, Uraufführungen im Rahmen der Tanzwoche, TanzNetzDresden präsentiert: kurz & gut

DIE MUSIK DER ARMEN
Martina Morasso
Das Porträt eines Menschen, der sich in seine Zukunftslosigkeit ergeben hat und es doch schafft, sich irgendwann wieder selbst zu motivieren, den Stand wieder zu üben und zu gehen.
ca. 4min

MANQUE AVEC
Reimo Sandau
Wie gern folgt unser Blick den Bewegungen von Menschen und Tieren, die ganz und gar in ihr TUN „eingetaucht“ sind oder den vom Wind bewegten Pflanzen und Objekten. Dieses BewegtSEIN lässt uns aufmerksam werden, das Gesehene genießen und für kurz oder lang die Zeit vergessen.
Ein tanzender Systemanalytiker, eine Tänzerin und eine Choreografin mit ihren unterschiedlichen Tanz- und Lebenshintergründen in einer ersten Recherche zu: WAS IST ES, das uns in ihren Bann zieht?
ca. 20min

UM(-)RÄUMEN
Wagner Moreira
Das Zimmer bin ich selbst, und ich versuche, in mir eine Ordnung wieder herzustellen.
ca. 10min

VARIATIONS_ON Monster
Johanna Roggan (the guts company)
variations_on Monsters ist eine Vorrecherche für the guts companys anstehende abendfüllende Produktion MONSTERBOX im Juni diesen Jahres. "Monstra sunt in genere humano" - Monster sind Teil des Menschengeschlechts. Der Steppenwolf war schizophren, Frankenstein hatte Depressionen, Hydra war hysterisch und Dracula zwanghaft.
All in one finden wir sie alle in uns wieder.
ca. 15min

meet me as a stanger
Adriana & Micky (Nightmare before Valentine, Berlin )
Einander zu treffen bedeutet für einen Moment Erholung vom Ich. Wir greifen nach der Freiheit, die im anderen ist. Eine Unterhaltung? Begrenzte Zeit im begrenzten Raum. Wir treffen uns als Fremde, am Ende werden wir zwar keine Fremden mehr sei, aber immer noch fremd. Zwei Tänzer verschiedener Sparten. Zeitgenössischer Tanz trifft Breakdance. Das erste Treffen, ein Blind Date. Wie stark wird man beeinflusst von der Anwesenheit des Anderen.
ca. 20min

PAUSE

DIE MUSIK DER ARMEN
Martina Morasso


OUTLINE - Recherche
Romy Schwarzer
Körper, wir horchen, fühlen, agieren. Ein sich in Raum und Zeit manifestierendes Konstrukt physischer und akustischer Erfahrung – der Körper spricht seine eigene Sprache.
ca. 15min

VON DER NOTWENDIGKEIT DES ERINNERNS
Vera Stierli
„History is looking over your shoulder.“ Jonathan Burrows
ca. 15min


DREAM
Yaron Shamir (Israel)
Während ich warte, dabei mich und die anderen beobachte, beschäftigt mich mein Verlangen, mich selbst neu zu erfinden, angesichts des Grabens zwischen Wirklichkeit und Fantasie. Ich bemerke, wie die Welt der Fantasie unvermeidlich zu meiner täglichen Wirklichkeit gehört.
Ich werde mir bewusst, dass ich versuche, meine Ängste zu benennen. Angesichts der Fantasie und der Leidenschaft verspüre ich das Verlangen, eine Brücke zwischen beiden Welten zu bauen, die einen endlosen Dialog zu führen, um ihre Existenz zu rechtfertigen. Im Augenblick gefangen, isoliert von der Welt , suche ich nach Worten, um Schlichtheit zu schaffen, die es erlaubt, sich der Fantasie durch die Wirklichkeit zu nähern. Eine Sekunde, ehe ich den Prozess der Überbrückung beginne, zwischen den Welten der Endlosigkeit und des Bewusstseins, rieche ich das Verlangen und bin doch gelähmt angesichts der Notwendigkeit, die Realität zu verändern. Der Drang zur Perfektion innerhalb dieses Prozesses ist gesprenkelt mit Kompromissen. Angetrieben wie in einer Sekte, begebe ich mich mit meinem Jagdinstinkt auf den Weg, Befriedigung zu erlangen. Ertrinkend in den endlosen Möglichkeiten, wie man sich aus einer Welt von Druck und Notwendigkeiten der Süße nähert. Ich bewege mich wie ein blinder Clown auf einer dünnen, grauen Linie zwischen Schwarz und Weiß, zwischen Halluzination und Wirklichkeit. Der Wahnsinn beginnt, wenn diese beiden gegensätzlichen Welten aufeinandertreffen. Was bleibt, ist Verantwortung zu übernehmen für die Konsequenzen.
ca. 15min