J.A.P. Julius Art Projekt Leipzig, Leipzig


Spacesbetween - Ein Tanzstück über Integration

Ich träumte, dass ich durchsichtig war.
Durchsichtig, aber nicht unsichtbar.
Etwa so viel wie: gerade noch zu erkennen.
Es war gerade noch möglich, dass mich jemand am Arm berührte. Aber nie geschah das in diesem Traum.
Im Traum dachte ich, noch schlimmer wäre es, nur ein Gedanke zu sein. Ein Gedanke, den jemand anderer hatte. Als Gedanke hätte ich überhaupt keinen Körper. Ich wäre weder durchsichtig noch unsichtbar.

Der choreographische Ansatz in spacesbetween liegt darin, die Strukturen von integrativen und separativen Prozessen auf elementare zwischenmenschliche Gefühle zurückzuführen. Dies erlaubt einen emotionalen Zugang zu diesem Thema, ohne die Anforderungen an gegenwärtige Tanzkunst in formaler und abstrakt komplexer Arbeit zu vernachlässigen. Für Paul Julius ist es wichtig Choreographien zu schaffen, die für den Zuschauer lesbar sind. Sie wirken nie überladen und trotz ihrer Klarheit nie nüchtern. Das macht ihn zu einem Choreographen, der ein generationsübergreifendes Publikum zu begeistern vermag, welches an einer unkonventionellen, zeitgenössischen Umsetzung von Themen der Gegenwart interessiert ist.

Paul Julius, geb. 1971 in Nürnberg, arbeitete nach dem Abschluss seiner Tanzausbildung seit 1994 als Tänzer. Er war dabei u.a. am Oldenburgischen Staatstheater engagiert und von 2000 bis 2006 tanzte er als Solist am Ballett des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin. Schon während seiner Karriere als Tänzer erarbeitete er mehrere Choreographien. Zum Beispiel kreierte er 2005 für das New York City Ballet, auf Einladung des New York Choreographic Institute, das Stück „Scratching the surface“. In einer Produktion der Noverre-Gesellschaft für das Stuttgarter Ballett erarbeitete er 2007 die Choreographie „After Rain and Dreams“. 2009 wurde seine für die ersten Solisten des Stuttgarter Balletts Jason Reilly und Alicia Amatriain entwickelte Choreographie „Watching the sky from the same window“ in der Stadsschouwburg Arnhem uraufgeführt. In Schwerin feierte 2008 die Adaption des Shakespeare-Klassikers „Viel Lärm um nichts“, ebenso wie im März 2010 seine Choreographie zu „Giselle“, Premiere. Es folgten Einladungen zu internationalen Tanzfestivals, u.a. in Portugal, den Niederlanden und Österreich, sowie eine Zusammenarbeit mit dem serbischen Nationalballett in Belgrad. Seine Stücke „In the rain again“, das 2011 in Schwerin aufgeführt wurde und „A cast off skin“ von 2012, welches er mit dem Ballett Dortmund erarbeitete, wurden u.a. in den Eröffnungsgalas der Dresdener Tanzwoche präsentiert. Desweiteren choreographierte er 2012 „Fragments“ für das Magdeburger Ballett. Paul Julius vertieft auch weiterhin seine internationale Arbeit indem er derzeit mit der polnischen Oper in Poznań „Le Sacre du printemps“ erarbeitet. Zudem ist für Sommer 2013 eine Zusammenarbeit mit Ballet Next in New York in Planung.
Idee, Konzept, KL und ChoreographiePaul Julius
TanzMarcus Grohmann
Thomas Margies
Tanz & Choreographische AssistenzTamae Moryiama
Tanz, Bühnenbild & Konzeption/DramaturgieSaskia Stengele
Tanz, TexteMartina Hefter