Jule Flierl, Berlin


Epourettsie von Jule Flierl

Jule Flierl setzt sich mit der körperlichen Symptomatik von Epilepsie und Tourette-Syndrom auseinander, um diese in tänzerische und stimmliche Prinzipien zu übersetzen.
Zentrales Thema der Bewegungsrecherche ist Kontrollverlust. Die Symptome werden zu einem Tanz verwebt, der einen sich selbst ausgelieferten Körper portraitiert.
Abrupte Gesten, zwanghafte Bewegungen und Ausrufe sind das Material, dass der Tourette-Körper überraschend ausschüttet. Aus der dauernden Ruhe heraus treten die Tics plötzlich und gewaltsam auf und verschwinden ebenso unvermittelt. Die Grand-mal-Epilepsie wird durch eine Überaktivität elektrischer Impulse im Gehirn ausgelöst. Krämpfe breiten sich durch den Körper aus. Zwischen Krampf und Loslassen entwickelt sich eine Dynamik, die mit dem ausgelieferten Körper spielt.
Die Choreografin forscht an Bewegungs-Qualitäten und experimentiert mit Stimm-Tänzen. Die Stücktrilogie “Happiness is a war...m gun 1 – 3”(2009-2013) spiegelt ihr Interesse an der Schwierigkeit sich auszudrücken. Sie verwebt unbeholfene Sprechversuche mit Tanzsequenzen, die immer wieder von Tics und Zwangshandlungen durchbrochen werden. „Epourettsie“ soll ihre Arbeit vertiefen, weiterentwickeln und helfen sie von innen heraus zu verstehen.
Choreographie & TanzJule Flierl