Heike Hennig & Co ,


Maria XXX mit Triptychon von Noriko und Felix Minkus nach Bernini als Bühnenbild. Der Name Maria stammt aus dem Hebräischen und bedeutet die Widerspenstige. Widerspenstig sein, nicht ins Bild passen, aus dem Rahmen fallen: Tänzer, Musiker und Sänger agieren gemeinsam und betreten, unabhängig von ihrer Profession, als Bedürftige, Lustvolle, Ausgelieferte die Bühne: Sie zittern, beten und sinken in den Schutzmantel der Madonna, der zugleich als Bettlaken und als Netz für Fische dient. Verstörende und brüchig schöne Bilder zwischen Lebensfreude und Todessehnsucht: Ein hungriger Mann und eine erfüllte Frau in der Menge der Suchenden. Hinter ihnen schwebt die heilige Theresia zwischen göttlicher Verzückung und erotischer Ekstase: bis zur (Un)kenntlichkeit aufgepixelt, verweist sie auf die Phantasmen globaler Verfügbarkeit. Es geht um Schuld und Unschuld unserer Körper, die mit der unbefleckten Empfängnis dem gegenwärtigen Frauenbild vor 2000 Jahren eingeschrieben wurden. Rein und heilig oder lustvoll und verdorben – wer zu schauen wagt, entscheidet. Musik, Arien, Sounds Marienarien von Georg Friedrich Händel und Alessandro Scarlatti. Elektronische bearbeitete Musik und Sounds von CFM.