Ivanovic Clan, Zürich (CH)


Kafana ist die Bezeichnung für eine Tanz-Bar, in der stets wechselnde kleine Live-Orchester oder Plattenteller zum Tanz aufspielen.

Es ist ein Ort der Nostalgie und Sehnsüchte: In der Kafana feiert man die Musik von „Zuhause“, singt vom Hören her bekannten Lieder, ohne die eigentlichen Texte zu kennen und tanzt, ohne je die wirkliche Folklore erlernt zu haben. Hier zelebriert eine bunte Mischung von Romantikern, Abenteurern, Exilanten, Streunern, Gestrandeten, Verlorenen, Heimkehrern, „leichten Mädchen“ und „schweren Jungs“ eine Heimat, die jedoch so oft gar nicht (mehr) existiert.

Es sind immer wieder dieselben Gesichter und die gleichen Wünsche, Ängste, Wehmut, Liebe, Leidenschaft und Heldentum, die hier aufeinander treffen. Reale und erdachte Erinnerungen in Form von Bildern, Gerüchen und Klängen vermischen sich – begleitet von Unausgesprochenem, Verdrängtem und Leerstellen.

Was die Menschen in einer Kafana verbindet ist einzig dieses Nichtwissen, eine Lücke in der eigenen Herkunft. Gemeinsam verkörpern sie einen Mix aus verschiedensten Kulturen und fühlen sich fremd in der einen wie auch in der anderen Heimat/Welt, sind nirgendwo wirklich zu Hause. Und so ist diese Bar wie eine kleine Insel, auf der sie gelandet sind, umgeben von all jenen, die auch Schiffbruch erlitten haben. Die Kafana symbolisiert ihren Ort der Heimkehr, fungiert aber auch als Spiegel: Denn im Gesicht des Gegenübers erkennt ein jeder seine eigene Geschichte.

ChoreografieJelena Ivanovic
Musik und PerformanceTHE DUSA ORCHESTRA
Musik/KompositionGoran Kovacevic
TanzPatricia Rontadaro, Dominik Krawiecki, Slawek Benaret, Jelena Ivanovic