MS - Tanzwerk, Mannheim


„PHI“ ist die neue Produktion der Cie MS-Tanzwerk. In sechs Versuchsanordnungen wird die Zahl Phi aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Die Tänzer bauen Etüden und tänzerisch-geometrische Überlegungen zu einem mosaikartigen Geflecht zusammen. Sie stellen sich den verschiedenen Definitionen der göttlichen Zahl Phi. Im Gedankenlabor von Darstellern und Publikum werden u.a. die Fragen provoziert: Lässt sich Gott beweisen? Was bedeuten Zahlen für uns heute? PHI ist ein Experiment, das sich mit der Frage auseinandersetzen will, was und wieviel lassen wir von uns persönlich noch zu, wenn wir uns dem "Fremden" preisgeben (einem Menschen oder einer Situation). Wie sehr verstellen wir uns beim "Aufeinanderzugehen" und zu welchen Risiken sind wir heute noch bereit, wenn wir uns tatsächlich sehen und spüren. Es gibt immer ausgefeilter und schnellere Kommunikationstechnik, die es uns ermöglicht, sehr bequem und einfach in "Kontakt" zu treten. Dieser "Kontakt", losgelöst vom Körper-, Geruchs- und Tastsinn, wird aber scheinbar zu einem abstrakten Gebilde. Wenn uns die Technik diese Sinne auch noch abnehmen wird, besteht die Gefahr, dass wir "Menschen ohne Eigenschaften" werden. Wir sehen ohne zu sehen, wir riechen ohne zu riechen - wir selbst werden abstrakte Gebilde und die eigentlichen "Hilfsmittel" werden lebendiger als wir selbst.
ChoreographMario Heinemann
Choreographische Assistenz und TrainingsGaëlle Morello
LichtNorbert Mohr
PerformanceTimur Misirlioglu, Jasmina Schebesta, Ayako Toyama, Katharina Wiedenhofer
Produktion/Video (Texte)Sophie Jaillet Heinemann
VideoDanger Zone