Theater Coburg (D)

"Schostakowitsch im Boxring"
Ein Tanzspiel von Mike Salomon zu ausgewählten Musiken von Dimitri Schostakowitsch

Der Fundus des letzten bedeutenden Sinfonikers nach Beethoven und Mahler ist immens, Arrangements nach seinem Werk stehen bereits in bewährter Tradition. Sein schier unerschöpflicher musikalischer Einfallsreichtum ist von großer Bildkraft und Dynamik. - Das Tanzspiel Schostakowitsch im Boxring greift 25 seiner musikalischen Highlights auf und präsentiert sie als homogenes Ganzes. Entstanden ist ein quicklebendiges "Sportevent" für Auge und Ohr, Jung und Alt, Dick und Dünn. Ein Geschlechterkampf zwischen "Amazonen" und "Gladiatoren" über 60 geschlagene Minuten.
Eine Anmaßung so frei mit dem Werk des großen russischen Sinfonikers umzuspringen? Keineswegs, hatte doch Dimitri Schostakowitsch, der die musikalische Satire und Groteske schätzte, in den 30er Jahren selbst lauthals verkündet: "Wenn das Publikum während der Aufführung meiner Werke lächelt oder direkt lacht, bereitet mir das eine große Befriedigung." Und auch der Verlegung des musikalischen Geschehens in das enge Geviert eines profanen Boxrings hätte den berühmten Komponisten wohl kaum irritiert. Im Gegenteil. Er, der der Welt des Sports mit größtem Interesse folgte, hatte es sich zueigen gemacht die Listung seiner Werke in einem kleinen Büchlein direkt neben den Sportergebnissen zu führen. - Aber nüchtern numerisch geht es im Kampfring von Andrea Hilger und Mike Salomon gar nicht zu. Hier geht es zwischen den mutigen Männern und Frauen des Balletts um nicht weniger als das Ganze. Und der Zuschauer kann Sterne sehen, ohne dabei in Schweiß zugeraten oder auch nur eine Schramme zu riskieren.   Folkert Streich 

Pressestimmen:
"Ein Muss für Faustkampffanatiker und Tanzfreunde. [...] In der Choreographie der Kämpfe hatte Mike Salomon nicht nur boxspezifische Bewegungs- und Berührungsabläufe eingebaut, sondern bediente sich geschickt und situationsgerecht auch bei den Nachbarsportarten. Bei Bodenkämpfen sah man so manchen Ringergriff, vom Kick-Boxen bis zu Karate und Judo beherrschten beide Geschlechter die Techniken und gar das Posing der Bodybuilder fand Eingang in die Nonstop-Szenenfolge, mehrfach praktizierten die Teams auch das Ritual des Verschwörerkreises. - Immer wieder aber gaben sich klassische Tanzelemente in Soli und Pas de deux die Hand mit kunstvoller Akrobatik und zumeist komödiantischen Ausdrucksfiguren. Das Ganze wirbelnd und ohne Unterbrechung vorwiegend im höchsten Tempo." (Neue Presse, 7.Juli 2003)

"Wie im richtigen Leben, tänzerisch allerdings überhöht in raffinierten, aparten und die Charaktere satirisch entlarvenden Varianten, rennen die Kämpfer in eigener Sache gegeneinander an. Witzige Täuschungsmanöver, ängstliche Verweigerung, aggressiver Direktangriff, elegante Beinschwünge und Tritte, zur Not ein unerwartetes Küsschen - jede Seite setzt ein an Kriegsmitteln, was sie zur Verfügung hat. [...] Bei der Premiere wollte das Publikum in der voll besetzten Reithalle gar nicht mehr lassen von den Tänzern. Da gab es einen Triumphmarsch extra. Mit Fahnen." (Coburger Tageblatt, 7.Juli 2003)
 

Choreographie Mike Salomon Ausstattung und Lichtgraphik Andrea Hilger Trainings- und Probenassistenz: Kaoru Niida Die Amazonen Adriana Rodrigues de Souza, Constanze Korthals, Kira Kirillova, ihre Trainerin Sandra Hasanovic Die Gladiatoren Tom Winter, Marek Balaz, Stojan Kissiov; ihr Trainer Roman Katkow Musiken: Dimiti Schostakowitsch:

Die Wanze (1929 ), Das goldene Zeitalter (1929/30), Der Bolzen (1930/31), Suite für eine Jazzband (1934) und weitere Film und Schauspielmusiken. 

Aufführungsrechte MUSIKVERLAG HANS SIKORSKI GMBH & CO.KG.


Mittwoch 28.4. 20 Uhr / Donnerstag 29.4. (Welttanztag) 21.30 Uhr

Festspielhaus Hellerau

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